Juni 2010

26.06.2010: Das Konfuzius Institut Frankfurt auf der "Parade der Kulturen"

Das Konfuzius-Institut Frankfurt wird in diesem Jahr mit einem Infostand auf der "Parade der Kulturen" vertreten sein. Wenn Sie sich über das Institut, seine Angebote und Aufgeben informieren möchten, dann besuchen Sie uns an unserem Stand in der Nähe des Rententurms. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!!! 

 

24.06.2010, 18:00 Uhr, Konfuzius-Institut Frankfurt: "Shanghai 2010 im Jahr der EXPO – Mit Riesenschritten voran oder Riesenschritt in die Krise?", Marcus Hernig aus Shanghai

Die Expo 2010 Shanghai setzt auf neue Superlativen: 70 Millionen Besucher aus dem In‐ und Ausland, eine eigene Expo‐Welt in Pudong, jenseits des Huangpu‐Flusses,den Ausbau eines der modernsten U‐Bahn‐Systeme der Welt und selbstverständlich noch mehr und möglichst unbegrenztes Wachstum für die „Stadt auf dem Meer“ der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Auf der anderen Seite signalisiert der Weg über immer mehr und immer größere Baustellen sowie ein gewaltiges Verkehrschaos die nahen Grenzen des Wachstums auf, der Immobilienmarkt wächst weiter ins Haltlose und programmiert damit den        
Zusammenbruch vor, das alte Kulturerbe droht in der nächsten Generation vollständig der Vergessenheit anheim zu fallen. China steht vor einem ein „neues Barbarentum“ (Walter Benjamin), einer nie gekannten kulturellen Selbstentfremdung. Marcus Hernig zeichnet ein spannungs‐ und detailreiches Portrait Shanghais und damit auch Chinas, die er beide seit den Anfängen der Öffnung 1992 kennt und wie im Zeitraffer hat sich verändern sehen. Als Autor, Professor für Deutschland‐ und Chinastudien sowie als Mitbegründer des neuen Kulturprojekts Shanghai Flaneure hat er sich zur Aufgabe gesetzt, die vielen Facetten und Gesichter, die Chancen und Probleme der Metropole, der Unteren Yangtse‐ oder Jiangnan‐Region so detailliert und lebendig wie möglich zu zeigen: Shanghai und China – eine Bestandsaufnahme im Jahr der Weltausstellung. 

 

18.06.2010, 19:00 Uhr, Konfuzius-Institut Frankfurt: Filmvorführung "Beijing Bicycle (十七岁的单车)" (VR China 2001)

Inhalt:
Der mittellose und ungebildete 17-jährige Bauernjunge Guei kommt aus dem chinesischen Umland mit großen Hoffnungen in die Großstadt Peking, um sich eine Existenz aufzubauen und findet nach einigen Gelegenheitsjobs eine gut bezahlte Arbeit bei einem Fahrradkurier. Ihm wird Verantwortung übertragen und ein modernes Mountainbike zur Verfügung gestellt, das er in den ersten Monaten abzahlen darf. Doch kurz vor Ablauf der Frist wird ihm das Rad gestohlen. Er verliert seinen Job, bekommt aber die Zusage, wieder arbeiten zu dürfen, wenn er das Rad findet. In großer Verzweiflung sucht und findet er das Rad anhand einer Kennzeichnung wieder, die er in den Rahmen gefeilt hat. Es befindet sich im Besitz eines Oberschülers, der behauptet, es auf einem Markt gekauft zu haben...

Hintergrund:
Der Film vermittelt neben vielen Eindrücken aus dem chinesischen Alltagsleben auch einen Blick auf das chinesische Rechtsverständnis, das aus europäischer Sicht schwer nachvollzogen werden kann. Während ein gestohlener Gegenstand im europäischem Rechtsverständnis immer und vollständig dem Bestohlenen gehört, egal was damit später passiert, erwirbt ein Chinese mit dem korrekten Kauf von einem (unbekannten) Dieb ebenfalls anteiligen Besitz an der Sache. Die Verantwortung des Käufers über die Rechtmäßigkeit des Kaufes tritt hinter die Rechte eines Besitzers zurück.
Regisseur Wang benutzt diese Problematik, um dem Zuschauer einen Blick auf das moderne China zu geben, in dem erfolgreiche Neokapitalisten und Arbeiter räumlich eng zusammen, aber kulturell weit entfernt von einander leben. Der Film gewann 2001 den Silbernen Bären als Großen Preis der Jury, Cui Lin und Li Bin wurden mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet. 

 

11.06.-25.08.2010, Konfuzius-Institut Frankfurt: Ausstellung "A Dream of Shanghai" - Collagen von Annette Bischoff und Verena Guther

Nie kommt ein Bild allein. Immer wächst aus einem Einfall eine ganze Motivfamilie heran. Serien entstehen, 20 bis 30 Stücke nebeneinander. „Ein Thema durchspielen“, nennen die Künstlerinnen diese simultane Arbeitsweise. So fand ihr Arbeitsaufenthalt in China, im Dezember 2007, intensiven Nachhall in einem Zyklus mit dem ironischen Titel „A Dream of Shanghai“, der gleichzeitig eine Serie gegenständlich-poetischer Bildcollagen und eine weitere mit abstrakten Strukturgeweben gebar. Darinnen ein Gewebe aus feinen horizontalen Linien und floralem Ornament, das sich aus Wiederholung und Reihung speist. Muster und Stofflichkeit lassen auf den ersten Blick an harmlose Farbkompositionen denken. Auf dem Hintergrund der Erfahrungen in Shanghai verbirgt sich hinter der künstlerischen Abstrahierung aber die architektonische Entseelung einer Wirtschaftsmetropole: Hochhäuser schießen in Shanghai aus dem Boden, schneller als Pflanzen, erzählen Annette Bischoff und Verena Guther entsetzt. Im Modernisierungswahn werden der alten Hochkultur China die letzten Zähne gezogen. Aus den Lücken wuchern Betonwüsten mit hunderten gläsern blinkenden Schlitzaugen. Der Mensch ist Verschiebemasse und aus dieser Materialdichte vollkommen getilgt. In den Collagen ist ihr Entsetzen über die rasante Auslöschung der chinesischen Kultur, wie auch ihre Konsumkritik, nicht vordergründig zu finden. Da ist sie trotzdem. Sie verbirgt sich hinter einer ästhetischen Entscheidung, die konsequent Form vor Inhalt stellt.

Auszug aus einem Text von Anja Trieschmann, 2008

Biographie Annette Bischoff
Annette Bischoff ist seit 1987 als freischaffende Künstlerin tätig. Zusammen mit ihren beiden Söhnen lebt die Malerin, Jahrgang 1962, bis heute in ihrer Geburtsstadt Darmstadt. Seit ihrem Architekturstudium zieht es sie immer wieder in die Ferne - nach Mexiko, Indonesien, Kanada, USA, Nordafrika und China. Neben der traditionellen Architektur jener Länder interessiert sie sich für deren Religion, Kultur und Mythologie. Ihre Reiseeindrücke setzt die Künstlerin malerisch um, wobei sie eine eigene, sehr erzählerische Formensprache entwickelt hat. Studienaufenthalte in New York und Salzburg Anfang der 90er Jahre haben ihre Handschrift vertieft. Seit 1987 sind ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland (Spanien, Türkei, USA, Luxemburg, Schweiz, Niederlande) vertreten.
Doch nicht nur die Reisen dienen ihr als Inspirationsquelle. Sie lässt sich auch von Mikroorganismen und Pflanzen faszinieren, von Eros und anderen Energieformen und findet dabei stets neue Arbeits- und Ausdrucksweisen.
Annette Bischoff lässt alles, was sie beschäftigt, in ihre Malerei einfließen. Malerei ist ihre Art, Gesehenes zu systematisieren und dabei zu ergründen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Sowohl für ihr Leben als auch für ihre Kunst, sind die wichtigsten Antriebskräfte Fähigkeiten wie das Suchen, Erkunden, Staunen, Sammeln, Präsent sein.

Biographie Verena Guther
Das Studium führt Verena Guther 1979 nach Berlin. In den Jahren ihrer Ausbildung im Fach Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste Berlin bei Professor Helmut Lortz, erkundet sie in Grenzgängen zwischen Malerei und Fotografie die Potentiale beider Metiers. Nach ihrem Diplom 1984 arbeitet sie als freiberufliche Graphikerin in Berlin. Daneben dokumentiert sie in Serien von Fotografien die innere Peripherie der Stadt: stillgelegte Bahnhöfe, Industriegebiete und Quartiere im Umbruch - um sich zunächst konsequent der Malerei zuzuwenden. Auf Leinwand und Stahlblech entfaltet Verena Guther großformatige Farbfeldmalerei. Schwerpunkt ihrer Arbeiten bilden die sozialen und städtebaulichen Strukturen der Metropolen. Wie kann man den Rhythmus einer Megacity wie New York oder Shanghai, die Vielschichtigkeit und atmosphärische Dichte dieser Städte in Bildern konzentrieren? Wie die Umbrüche und Prozesse ständiger Veränderung fassbar machen? Mit klarem und höchst sensiblem Blick für Details schält Verena Guther in ihren Bildern die je eigenständigen Aspekte der Metropolen heraus. Was sie von ihren Arbeitsaufenthalten an fotografischen, filmischen und mentalen Materialien mitbringt, übersetzt sie in klar komponierte Fotomontagen und kleinformatige Collagen. Ihre Arbeiten sind auf zahlreichen Ausstellungen und Kunstmessen im In- und Ausland (Deutschland, Holland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Schweiz, Österreich, Ungarn, Polen, USA, Kanada, Korea und China) erfolgreich vertreten.
Seit 1992 lebt Verena Guther (*1957), mit ihrer Familie als freischaffende Künstlerin in ihrem Geburtsort Darmstadt. 

 

Den Flyer zur Ausstellung finden Sie hier:

Flyer "A Dream of Shanghai"
A_Dream_of_Shanghai.pdf
PDF-Dokument [204.1 KB]

11.06.2010, 19:00 Uhr, Konfuzius-Institut Frankfurt: Vortrag "Better City, better Life? Chinesische Stadtentwicklung jenseits von Expo-Visionen", Dr. Doris Fischer

In keiner Region der Welt haben sich die Städte in den letzten 30 Jahren so radikal verändert wie in der VR China. Wohnungssilos schießen in die Höhe, um den Menschen Wohnraum zu verschaffen, Straßen werden mehrstöckig gebaut, um den vielen Autos Platz zu bieten. Lange Zeit wurden das Leben in der Stadt ausschließlich im Glauben an ein bestimmtes Modell der Wirtschaftsentwicklung umgebaut. Inzwischen gewinnen städtisches Umweltmanagement, öffentlicher Nahverkehr und Erhaltung von historischer Bausubstanz stärker an Bedeutung. Welche Auswirkungen haben diese radikalen Veränderungen im städtischen Raum auf die Bewohner? Entwickelt China eine Vision für nachhaltige Stadtentwicklung, wie sie das Motto der Expo in Shanghai heraufbeschwört? Sind 'grüne Städte' oder Öko-Städte in China vorstellbar? 

 

Der Vortrag findet im Rahmen der Vernisage zur Ausstellung "A Dream of Shanghai" statt.

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