März 2012

01.03.2012, 18:00 Uhr, Konfuzius Institut Frankfurt: Vortrag "Chinas Reise nach dem Westen", Prof. Dr. Rudolf G. Wagner (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)

Die “Reise nach dem Westen” (Xiyou ji) gehört zu den beliebtesten chinesischen Romanen in Ostasien und inzwischen auch in der englisch- und französischsprachigen Welt. Teile des Romans wurden verfilmt, für Cartoons verwandt und als Bildergeschichten verbreitet. Die Beschreibung der Reise durch das unwirtliche Gebiet zwischen China und der Heimat des Buddhas im „Westen“ ist zu einer immer wieder ausgeschöpften Metapher für das Verhältnis Chinas zu Moskau und schließlich zum „Westen“ geworden. Die Spannungen und Konflikte innerhalb der Pilgergruppe zwischen dem Mönch Tang Seng und seinen Begleitern, vor allem der herrlichen Figur des aufmüpfigen Affen Sun Wukong, bieten reiches Material, um an den Zensoren vorbei Auseinandersetzungen innerhalb der Kommunistischen Partei zu behandeln.
Der Vortrag wird anhand des vielfältigen auch bildlichen aber durchweg verschlüsselten Materials eine Einführung in die chinesische Kunst des Lesens von „esoterischer Kommunikation“ bieten.

Rudolf G. Wagner studierte Sinologie, Philosophie und Politische Wissenschaften. Nach seiner Promotion in München 1969 zu einem Thema des frühen chinesischen Buddhismus, war er zwei Jahre als Harkness Scholar in Harvard und Berkeley. Nach einer Zeit als Assistent an der FU Berlin, seiner Habilitation mit einer Arbeit über den Laozi Kommentar des Philosophen Wang Bi (226-249) und Forschungsaufenthalten sowie Gastprofessuren in Cornell, Berkeley und Harvard nahm er 1987 den Ruf auf den Lehrstuhl für Sinologie in Heidelberg an. 1992 erhielt er den Leibniz-Preis. Er ist heute Senior-Professor der Universität Heidelberg sowie einer der drei Direktoren des Exzellenzclusters „Asia and Europe in a Global Context: Shifting Asymmetries in Cultural Flows“.

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem kleinen Empfang.

 

02.03.2012, 19:00 Uhr, Konfuzius Institut Frankfurt: Filmvorführung „Echoes of the Rainbow / 岁月神偷“ (HK 2010)

Hongkong in den 1960ern. Schuster LUO und seine Familie leben am Ende der Yongli-Straße. Der kleine Laden sichert gerade einmal so das Auskommen der Familie, aber Frau LUO ist optimistisch und blickt in die Zukunft. Angesichts des erfolgreichen älteren Sohnes, Jinyi, fällt dies auch leicht. Der Sechszehnjährige ist nicht nur ein hervorragender Schüler sondern auch ein sehr guter Sportler und begabter Musiker. Sein achtjähriger Bruder tritt nicht ganz in die Fußstapfen des Älteren – aber er ist neugierig und hat einen klaren Blick auf seine Umgebung.
Fast könnte es eine Idylle sein, wenn da nicht plötzlich Jinyis Leistungen dramatisch nachlassen würden. Als ein Hurrikan das Heim der Familie Luo zu zerstören droht, nimmt das Schicksal aller eine dramatische Wendung.

Anhand der Lebensumstände der Schusterfamilie LUO und den persönlichen Erfahrungen des Regisseur LUO Qirui lässt der Film das Hongkong der 60er Jahre des vergangen Jahrhunderts wiederauferstehen. Der Film hat beim 29. „Hong Kong Film Awards“ viele Auszeichnungen bekommen, inkl. bester Schauspieler, bester Nachwuchsschauspieler, bestes Drehbuch, bester Filmsong u.a. Außerdem erhielt er bei der 60. Berlinale den Gläsernen Bären als bester Film.

Genre: Biographie, Laufzeit: 110 Minuten, Regie: LUO Qirui, HK 2010

19.03.2012, 18:00 Uhr, Konfuzius Institut Frankfurt: Vortrag "Chinesische Heilkunde - mehr als Akupunktur?", Dr. med. Christa Zumfelde-Hüneburg

Der Stich mit der Nadel - die Akupunktur - ist das hierzulande bekannteste therapeutische Verfahren der chinesischen Heilkunde. In China heißt es zhēnjiǔ 鍼灸, „Stechen und Brennen”, was bereits auf eine weitere Einwirkung auf den menschlichen Körper durch Wärme verweist (Moxibustion). Tatsächlich hat die chinesische Heilkunde zahlreiche Wege beschritten, die unterstützend wirken zur Gesunderhaltung, Linderung von Beschwerden, Vorbeugung sowie Heilung von Krankheiten.
Es werden vor allem fünf therapeutische Verfahren unterschieden: Diätetik, medikamentöse Therapie (mineralische, tierische und pflanzliche Substanzen), Akupunktur und Moxibustion, Tuina (Massage und manuelle Therapie) und Qigong. Im Vortrag werden Konzepte und Möglichkeiten der chinesischen Heilkunde vorgestellt. Es wird dargelegt, welche Therapieverfahren bei welchen Störungen bevorzugt angewandt werden.

Dr. med Christa Zumfelde-Hüneburg
Fachärztin für Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie, Naturheilverfahren, Akupunktur (TCM) seit 1986 niedergelassen in eigener Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin, seit 1998 zusätzlich als Schmerztherapeutin. Dozentin und Vorstandsmitglied der Medizinischen Gesellschaft für Qigong Yangsheng e.V.
Mitherausgeberin und Autorin "Leitfaden Qigong", Publikationen zu atemphysiologischen Untersuchungen bei Qigong und zum Einsatz von Qigong in der Schmerztherapie in verschiedenen Zeitschriften.

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem kleinen Empfang.

 



22.03.2012, 19:00 Uhr, Konfuzius Institut Frankfurt: Vortrag "Die 'Seele Chinas' oder: Wie west-östliche Traditionen neu erfunden werden", Dr. Dagmar Lorenz

Wenn Europa wieder einmal in der Krise steckt, blicken die Europäer gerne in den Fernen Osten – und suchen in der chinesischen Kulturtradition nach neuer Sinngebung. Doch diese Tradition ist in Wahrheit ein modernes Konstrukt: entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, als Schriftsteller und Intellektuelle sich von Übersetzungen altchinesischer philosophischer Texte anregen ließen. Doch auch chinesische Intellektuelle suchten spätestens seit dem Untergang des Kaiserreiches nach neuen Identitätsentwürfen – und adaptierten dabei so manch westliches China-Konstrukt. Der Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und der chinesische Intellektuelle Gu Hongming stehen dabei exemplarisch für diesen Prozess wechselseitiger Zuschreibungen und Traditionsneubildung, der übrigens im heutigen China wieder an Bedeutung gewinnt.

Dr. Dagmar Lorenz, Sinologin und Literaturwissenschaftlerin, ist Publizistin, Hörfunkautorin und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen. Sie leitet u.a. Kurse für deutsche Landeskunde und Medienkultur für chinesische Studenten und hat an dem kürzlich von der „EUNIC“ herausgegebenen Handbuch für europäisch-chinesische Kulturkooperationen („Europe-China Cultural Compass“) mitgearbeitet. Sie ist außerdem Vorsitzende der Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft Mainz-Wiesbaden.

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem kleinen Empfang.

 

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