März 2011

17.03.2011, 18:00 Uhr, Konfuzius Institut Frankfurt: Vortrag: "Orient im Okzident - Auf den Spuren chinesischer Kultur in Europa", Iris Teut

In ihrem Vortrag zeichnet Frau Iris Teut die Anfänge und Entwicklung des Einflusses des Chinabildes in Europa seit dem 16 Jahrhundert bis in die heutige Zeit nach. Geprägt durch Beschreibungen von Jesuiten und Missionaren intensivierte sich der kulturelle Austausch und China wurde im 17. und 18. Jahrhundert Bestandteil intellektueller Diskurse in Europa. Für die Philosophen der Aufklärung wurde ein idealisiertes Reich der Mitte die wichtigste fremdkulturelle Bezugsgröße für Selbstreflexionen und die Entwicklung ihrer Utopien. Wie sahen Leibniz, Quesnay, Montesquieu, Voltaire oder Rousseau China und wie interpretierten sie Chinas Kultur für Europa? Aber nicht nur in der Philosophie sondern auch in der europäischen Literatur des 18. Jahrhunderts lassen sich z.B. mit der Gattung der "Orientalisierende Briefsatire" deutliche Spuren finden. Aus diesem europäischen Interesse an China entwickelte sich schließlich die Chinoiserie, mit deren verschiedenen Ausformungen in der Architektur und im Kunsthandwerk sich die herrschende Klasse Europas umgab.
Während sich im Laufe des 18. Jahrhunderts in Europa ein Fortschrittsbewusstsein entwickelte, blieb China in seinen Traditionen verhaftet und wurde von Europa nun nicht mehr bewundert, sondern bemitleidet oder gar verspottet. Erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde China kulturell auf ganz andere Weise für Europa interessant. Die von Mao Zedong initiierte Kulturrevolution diente manchen westlichen Studenten als Vorbild für die Studentenbewegung der 68er. Welche Aspekte der Kulturrevolution wurden von europäischen Reformern und auch deutschen Publizisten aufgegriffen? Wo und welche Spuren chinesischer Kunst und Kultur finden wir heute in Europa bzw. Deutschland?

Iris Teut ist Sinologin und Ethnologin. Nach ihrem Studium in Hamburg und Beijing beschäftigt sie sich nun mittlerweile seit 20 Jahren mit der Entwicklung des modernen China und arbeitet in verscheidenen Bereichen der Erwachsenenbildung. Seit über zehn Jahren ist sie als China-Referentin tätig und berät hier insbesondere mittelständische Unternehmen zu den so genannten "weichen Faktoren" im China-Geschäft. 

 

04.03.2011, 19:00 Uhr, Konfuzius Institut Frankfurt: Filmvorführung "Heimweg 我的父亲母亲"

In seiner Veranstaltungsreihe zum chinesischen Kino zeigt das Konfuzius-Institut Frankfurt am 04.03.2011 um 19:00 Uhr den Film „Heimweg 我的父亲母亲“ (VRC 1999) von Regisseur Zhang Yimou.

Inhalt:
Changyu (Hao Zheng) kehrt aus der Stadt in sein Heimatdorf zurück, um die Bestattung seines eben verstorbenen Vaters zu organisieren. Seine Mutter besteht darauf, den Verstorbenen gemäß alter Tradition in seine Heimat zurückzutragen, und zwar genau auf jenem Weg, auf dem er als junger Mann zum ersten Mal als Lehrer ins Dorf gelangt war. Alles beginnt in Schwarz-Weiß. Changyu entsinnt sich der Erzählungen seiner Eltern: ihr erstes Kennenlernen. Ihre Liebe und ihren Kampf ums Glück. Die Bilder der Vergangenheit entfalteten sich in vollster Farbenpracht … Die junge Xiao Di, dargestellt von Zhang Ziyi, ist anfangs ganz schüchtern und noch nie in einer Schule gewesen. Als der gebildete Luo Changyu eines Tages in Xiao Dis armes Dorf zieht, um dort eine Grundschule zu eröffnen, bleibt dem begeisterten jungen Mädchen zunächst nichts weiter als den Lehrer ganz im Stillen anzuhimmeln. Bald schon wird sie forscher und lauert ihm genau an jenem Weg auf, auf dem viele Jahrzehnte später einmal seine Bestattungsprozession stattfinden wird, nur um ihm wie zufällig zu begegnen. Xiao Di merkt rasch, dass ihre Gefühle für ihn erwidert werden, doch bis die beiden endlich zusammenkommen können, soll noch einige Zeit vergehen.

Mit „Heimweg“ hat Regie-Poet Zhang Yimou 1999 ein feines Melodram über eine große Liebe und gleichzeitig sein versöhnlichstes und vielleicht persönlichstes Werk geschaffen. Unterstrichen wird das gefällige Gesamtbild von einem zwar wenig innovativen, aber schönen und stimmigen Soundtrack. Die visuelle Brillanz und zahlreiche wundervolle Einstellungen des Films haben nicht zuletzt Zhang Ziyi zum großen Durchbruch als Schauspielerin verholfen und Zhang Yimou 2000 den Silbernen Bären eingebracht.

Die Vorführung des Films erfolgt in chinesischer Sprache mit englischen Untertiteln.

 

 

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