Januar 2011

27.01.2011, 18:00 Uhr, Konfuzius-Institut Frankfurt: lyrische Lesung: „Schnellimbiss“, Ouyang Jianghe

Quyang Jianghe gilt als besondere Größe unter den modernen Lyrikern Chinas. Mit „Schnellimbiss“ liegen erstmals Übersetzungen seiner Lyrik in deutscher Sprache vor. Ouyang tritt für eine „intellektuelle Lyrik“, die auf Reflexion und Ausdruck gereifter Erkenntnis setzt. Unter Einfluss der Postmoderne werden Allgemeinbegriffe wie Geschichte, Kultur, Volk oder Nation dekonstruiert. Es geht um die Suche nach Konkreta: Themen des Alltags, des Kleinen und des Privaten. In einem ruhigen syntaktischen Fluß sind in seinen Gedichten präzise Bilder gesetzt, die sich sowohl auf der Ebene der Anschauung, als auch allegorisch über sie hinausweisend, im Kopf zu einer Gesamtheit zusammenfügen, fast zu einer Geschichte, hinter der etwas weitaus Größeres zu erahnen ist.

Durch den Abend begleitet der Übersetzter des Autors Prof. Dr. Wolfgang Kubin (Universität Bonn).

Ouyang Jianghe wurde 1956 in Louzhou, Provinz Sichuan geboren. Im Rahmen der zu dieser Zeit üblichen „Landverschickung“ arbeitete er nach Abschluss der Schulbildung einige Jahre als Teepflanzer. Von 1979 an absolvierte er einen vierjährigen Armeedienst. Seine ersten Gedichte und Essays über Literatur, Musik und Ästhetik schrieb Ouyang Jianghe bereits 1977, im Alter von 21 Jahren. Während seiner Studienzeit war er Mitbegründer der "Vereinigung Junger Dichter von Sichuan", einer nicht-offiziellen Organisation, die sich fern vom Kanon der chinesischen Staatsliteratur und der Zensur als eigene Strömung definierte. Im Anschluss an das Studium begann Ouyang in Sichuan an der Akademie für Sozialwissenschaften seine wissenschaftliche Laufbahn. 1997 war er Gast der Künstler-Akademie „Schloss Solitude“ bei Stuttgart. Ouyang gehört der „Dritten Generation“ in der chinesischen Literatur des 20. Jahrhunderts oder den sogenannten „Fünf Meistern aus Sichuan“ an. Sie setzen sich bewusst von der „Hermetischen-“ oder „Obskuren Schule“ eines Bei Dao, Shu Ting, Gu Cheng oder Yang Lian ab. Die Dritte Generation, die Ende der 80er Jahre auftrat, fühlt sich weniger politischen, als rein literarischen Anliegen verpflichtet. Die Nähe zu politischen Systemen gilt ihnen als suspekt. 

 

20.01.2011, 18:30 Uhr, Konfuzius-Institut Frankfurt: Vortrag "Arbeitskonflikte & Arbeitsrecht in China", Dr. Rolf Geffken

Die Arbeitsbeziehungen im Reich der Mitte sind zunehmend von kollektiven Konflikten geprägt. Die Ereignisse bei Foxconn, Honda und anderen Firmen im Frühjahr 2010 seien nur beispielhaft genannt. Andererseits schreitet die Verrechtlichung der Arbeit in China weiter voran. So garantiert das seit 2008 gültige "laodong hetong fa" (Arbeitsvertragsgesetz) eine Vielzahl individueller Arbeitnehmerrechte. Die Umsetzung des Gesetzes allerdings ist unterschiedlich vorangeschritten.

 

Der Referent, Dr. Rolf Geffken, ist seit über 30 Jahren Fachanwalt für Arbeitsrecht und Leiter des Instituts für Arbeit - ICOLAIR in Hamburg. Er kommentierte das "laodong hetong fa" in einem 2008 erschienenen Band "Das Neue Chinesische Arbeitsvertragsgesetz" dreisprachig und organisierte 2004 die 1. Deutsch Chinesische Konferenz zum Arbeitsrecht in Kanton, 2008 die 1. Deutsch-Chinesische Anwaltskonferenz in Tianjin und 2010 die 1. Deutsch Chinesische Konferenz zu Koalitionsfreiheit und Gewerkschaften in Oldenburg. Er wird unter anderem über die Ergebnisse der Konferenzen in seinem Referat berichten.

 

 

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